Winterreifenpflicht in Deutschland

Nach wie vor gibt es keine generelle Winterreifenpflicht. Aus einer Ausrüstungsvorschrift, die in die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) gehört, wurde eine Verhaltensvorschrift. Man kann von einem situativen Fahrverbot sprechen. Eine Verhaltenspflicht gilt für alle, die die deutschen Straßen benutzen, also auch für ausländischen Autofahrer wie z.B. die Niederländer, die nur kurz zu uns zum Einkaufen kommen. Die neue Verordnung, die am 01.12.2010 in Kraft treten soll, schreibt vor, dass ein Kraftfahrzeug bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte nur mit Winterreifen gefahren werden darf.

Für spezielle Fahrzeuge, wie z.B. für die Personenbeförderung ausgelegte Kraftfahrzeuge mit mehr als acht Sitzplätzen, für Lkw oder für Nutzfahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft gelten besondere Regelungen.

Es gibt in der Verordnung keinen festgelegten Zeitraum, in dem die beschriebenen Reifen aufgezogen sein müssen, um immer fahren zu dürfen. Es kommt nur auf die tatsächlichen Wetterverhältnisse an. Kraftfahrzeuge können also bis zum Eintritt der beschriebenen Wetterverhältnisse mit Sommerreifen gefahren werden. Treten dann die benannten Wetterverhältnisse auf, darf aber nicht weitergefahren werden. Die Vorschriften gelten nur für das Fahren, das Parken von Kraftfahrzeugen ohne Winterreifen ist erlaubt.

Unter die in der Verordnung benannten Kraftfahrzeuge fallen auch Motorräder, Roller oder Mofas. Diese Kraftfahrzeuge dürfen bei den angegebenen Wetterverhältnissen auch nur fahren, wenn sie die vorgeschriebene Bereifung aufweisen.

Für Anhänger gilt diese Vorschrift nicht. Ein kleines Problem stellen die Ganzjahresreifen dar: Sofern sie den Anforderungen des Anhangs II Nr. 2.2 der Richtlinie 92/23/EWG entsprechen, dürfen sie benutzt werden. Das Ministerium führt aus: "Auch Ganzjahresreifen können den Eigenschaften der Richtlinie 92/23/EWG entsprechen und mit einem M+S-Symbol versehen werden." Auf den Ganzjahresreifen muss entweder M+S oder/und das Bergpiktogramm mit Schneeflocke aufgebracht sein.

Alle Verstöße gegen die neue Verordnung stellen eine Ordnungswidrigkeit dar, der geringste Verstoß ist mit 40 Bußgeld bedroht ist. Aufgrund der Spezialregelungen kann ein Verstoß aber deutlich teurer werden. Verursacht z.B. ein Lkw über 3,5 t ohne "Winterreifen" auf der Antriebsache einen Verkehrsunfall mit Sachschaden, sind 140 fällig. Die beschriebenen Witterungsverhältnisse können plötzlich eintreten und derjenige, der keine Winterreifen aufgezogen hat, muss bei einem Witterungsumschwung das Auto stehen lassen. Zu Ihrer Sicherheit und zum Erhalt Ihrer Mobilität empfehlen wir, nicht auf Petrus zu vertrauen, sondern rechtzeitig Winterreifen aufzuziehen.


 

 

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